Lied der Mühlenspatzen – Tönisberg

Lied der Mühlenspatzen

Ein Stück Tönisberger Dorfgeschichte

Das „Lied der Mühlenspatzen“ ist ein musikalisches Erinnerungsstück aus Tönisberg und eng mit der Geschichte der Berger Mühle verbunden. Die Mühle war über viele Generationen hinweg ein prägender Mittelpunkt des Dorfes und ist bis heute eines seiner bekanntesten Wahrzeichen.

Der Text stammt von Heinrich Cremers und wurde zur Melodie „Unter Linden“ von Walter Kollo gesungen. Überliefert ist das Lied unter anderem in den Tönisberger Heimatblättern.

Das Lied beschreibt die alte Mühle als Stolz des Dorfes und erzählt zugleich von Wandel und Vergänglichkeit. Es erinnert an frühere Zeiten, an das Leben rund um die Mühle und an ihre Bedeutung für die Menschen vor Ort. Gleichzeitig zeigt es, wie eng Heimatgefühl und Gemeinschaft miteinander verbunden sind.

Auch im Umfeld des Vereinslebens, insbesondere rund um den VfL Tönisberg, ist das Lied über Generationen hinweg präsent geblieben und gehört zur gewachsenen Erinnerungskultur des Dorfes.

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Liedtext

Lied der Mühlenspatzen (Melodie: „Unter Linden“ von Walter Kollo) Ihr lieben Tönisberger, hört einmal alle her, was wir euch heute bringen, das fällt uns gar so schwer. Es kommt aus unserem Herzen, das ja ein jeder spürt, dann kann er gleich ersehen, wohin der Weg uns führt. Refrain: Ja, ja, ja die Berger Mühle, die ist unser ganzer Stolz. Die woll’n wir ewig lieben und ist sie auch aus Holz. Wir haben eine alte Mühle, die dreht sich heut nicht mehr, doch in den alten Zeiten, trieb sie der Wind umher. Wie schnell ist doch vergangen, die gute alte Zeit, einmal ist sie zu Ende, denn alles geht vorbei. Refrain Im Krieg tat sie gute Dienste, wurde Quartier und Beobachtungsstand. Von dort aus spionierte man übers ganze Land. Arme Mühle, was wär geschehen, hätt der Tommy dich gesehen, würdest du dort nicht mehr stehen, würd man nur noch Sockel sehn. Refrain Das Holz beginnt zu verwittern, in den Wänden knistert’s schon. Es leistet große Arbeit, der kleine Holzwurm. Es wird Zeit, daß Pinselquäler sie streichen mit Innentol. Das bringt auf alle Fälle dem kleinen Kerl den Tod. Refrain Eulen sitzen in allen Ecken, werden kaum darin gestört, man hört’s von allen Dächern, Spatzen zwitschern: „Es ist unerhört. Früher waren wir da zu Hause, bekamen Körnlein noch und noch, wir Spatzen ärgern uns heute, man trieb uns damals fort.“ Refrain Lieber Windmühlenbürgermeister, wie konnte das geschehn, daß unsre alte Mühle im Wappen nicht zu sehn. Sie steht genau wie Anton, da oben ganz allein, ihr fehlte eben nur ein kleines bißchen Schwein. Refrain Früher konnt dort jeder mahlen, das ist heute längst vorbei, jetzt mahlt da nur noch einer, das ist unser Naturschutzverein. Drum liebe alte Mühle, wir lassen dich jetzt allein, du bist und bleibst der Stolz vom ganzen Niederrhein. Refrain
Text: Heinrich Cremers
Originale Version
VfL Tönisberg Version 2026